Wenn Polizei oder Staatsanwaltschaft vor der Tür stehen, ist das für Betroffene und Angehörige ein Schock. Entscheidend ist nicht, schlagfertig zu sein, sondern kontrolliert zu handeln. Die Durchsuchung selbst ist selten der richtige Ort, um über den Vorwurf zu diskutieren.
#Während der Durchsuchung
- Bleiben Sie ruhig. Behindern Sie die Maßnahme nicht.
- Lassen Sie sich den Durchsuchungsbeschluss oder die Rechtsgrundlage zeigen.
- Geben Sie keine Erklärung zur Sache ab.
- Rufen Sie, soweit möglich, Ihre Verteidigerin an.
- Bieten Sie nicht freiwillig Geräte, Passwörter oder Unterlagen an, ohne die Folgen zu kennen.
- Unterschreiben Sie nichts vorschnell. Widersprechen Sie der Sicherstellung, wenn Sie unsicher sind.
#Was Sie festhalten sollten
- Beginn und Ende der Maßnahme
- Namen und Dienststelle der Beamten
- welche Räume, Geräte und Unterlagen betroffen waren
- welche Gegenstände mitgenommen wurden
- ob Sie Widerspruch gegen Sicherstellungen erklärt haben
Verlangen Sie ein Protokoll bzw. eine Liste der sichergestellten Gegenstände.
#Danach
Senden Sie mir möglichst rasch den Beschluss, das Sicherstellungs- oder Beschlagnahmeprotokoll und Ihre Notizen. Dann lässt sich prüfen, ob gegen die Maßnahme vorgegangen werden sollte und welche Verteidigungsstrategie jetzt sinnvoll ist. Starten Sie keine eigenen „Aufräumaktionen“ an Geräten, Konten oder Unterlagen.